Antifragilität – Ideen zur Reduktion von Fragilität (Störanfälligkeit)

Was ist Antifragilität?

„Einige Dinge profitieren von Erschütterungen; wenn sie instabilen, vom Zufall geprägten, ungeordneten Bedingungen ausgesetzt sind, wachsen und gedeihen sie; sie lieben das Abenteuer, das Risiko und die Ungewissheit. Doch obwohl dieses Phänomen omnipräsent ist, gibt es kein Wort für das genaue Gegenteil von »fragil«. Nennen wir es »antifragil«.

Antifragilität ist mehr als Resilienz oder Robustheit. Das Resiliente, das Widerstandsfähige widersteht Schocks und bleibt sich gleich; das Antifragile wird besser. … Das Antifragile steht Zufälligkeit und Ungewissheit positiv gegenüber, und das beinhaltet auch – was entscheidend ist – die Vorliebe für eine bestimmte Art von Irrtümern.“

(Nassim N. Taleb)

Mindeststandards – Wiederholbarkeit organisieren mit einfachen (Spiel)Regeln

Faktor Mensch

Jedes Vorhaben ist komplex. Die Aufgaben darin erfordern eine Zusammenspiel von Menschen (und Maschinen). Jeder Mensch ist für sich komplex, verfügt über seine eigenen Werte, Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen.

Ziel jedes Vorhabens und jeder Aufgabe darin ist, ein nützliches Ergebnis zu schaffen. Die Ergebnisse aus den Aufgaben fügen sich zu einem Liefergegenstand des Vorhabens mit möglichst hohem Wert. Das erfordert stetige Anpassung und Optimierung der Ziele, Pläne und Zusammenarbeit. „Fahren auf Sicht“ – kurze Abstimmungszyklen, Feedback und entsprechende Anpassung reduziert spürbar Fragilität.

Die Lieferfähigkeit der Menschen im Vorhabens-Team ist abhängig von ihrem Wollen, Können und Dürfen (Wirkungsgrad). Auch Maschinen haben einen Wirkungsgrad, hier hauptsächlich abhängig von der Verfügbarkeit, der Leistungsfähigkeit und der Qualität der Ausführung der Arbeit (siehe OEE-Kennzahl).

Effizienz

Effizienzgewinne werden durch Widerholbarkeit erfolgreicher Umsetzungsarbeit und geübtes Zusammenarbeit erzielt (stetige Optimierung des Verhältnisses aus Output und Input). Das verführt zur Erarbeitung von zunehmend starrer Abläufe und Rollen sowie wachsender Fragilität. Was ein Vorteil ist, solange die Arbeit immergleich verrichtet werden kann und soll, führt allerdings auch zur Zunahme der Störanfälligkeit.

Standards reduzieren das Vermögen, auf Überraschungen und Störungen optimal zu reagieren. Komplexe Vorhaben und Interaktionen in den darin beteiligten Teams bergen reichlich Überraschungen und Störungen. Jede neue Erkenntnis oder Erfahrung zeigt Schwächen der bisherigen Planung auf.

Wenn Wertmaximierung und hoher Kundennutzen angestrebt werden, fliessen kontinuierlich neue Erkenntnisse ein (bspw. Kundenfeedback, u.a. als geänderte Anforderungen oder Erwartungen). Mit jedem Ergebnis wachsen Erfahrungen (bspw. durch erkannte Irrtümer und Fehler und den daraus folgenden Schlüssen).

(Mindest)Standards

Sind die Planungen, die Kommunikation und Steuerung von der Ideenreifung über die Vorbereitung und Umsetzung bis zum Betrieb zu stark standardisiert, werden Vorhaben fragil/störanfällig. Es mangelt an Flexibilität und Robustheit in der Umsetzung und Lieferung. Hier greift – um die Fragilität zu reduzieren – die Idee der Mindeststandards:

Unverhofft kommt oft. Sei vorbereitet. Regle nur, was der optimalen Kommunikation und Steuerung dient. Insbesondere liegt dabei das Augenmerk auf den notwendigen Spielregeln für eine übergreifende Interaktion und eine kontinuierliche Inspektion, Anpassung und Verprobung der Mindeststandards. Mindeststandards sind stets der letzte Stand des Irrtums.

Im Prinzip ist das wie beim Aushandeln der Spielregeln für eine Runde “Mensch ärgere Dich nicht”: Je einfacher die Regeln, desto besser das Zusammenspiel.

Antifragilität – Ideensammlung

(Buchtipp: “Antifragilität” von Nassim N. Taleb)

…nachfolgende Auflistungen sind noch in Erarbeitung – Ziel ist ein pragmatischer Leitfaden mit konkreten Belegen zur Wirksamkeit (also eine Sammlung von Erkenntnissen aus praktischen Erprobungen)

Prinzip Schweiz

Vorhaben zentralistisch zu verwalten, führt nahezu unvermeidbar zu Ressourcenengpässen. Sogenannte Puffer in der Kapazitätsschätzung werden bottom-up wie top-down kumuliert. Zudem bleibt ungewiss, was konkret an Arbeit verrichtet werden sollte. Erfahrungen zeigen, dass eine dezentrale Bewirtschaftung eines Vorhabens kombiniert mit den Prinzipien Pull und Wertmaximierung aus dem „Ressourcentetris“ führt.

Im Themenowner-Ansatz werden Themen im Vorhaben gebündelt und geschnitten. Die Koordinationsebene ist verantwortlich für das „Priorisierte Backlog“ (Prouktbacklog). Diese Themen sind auch priorisiert. Das schafft Orientierung.

Ein (Gespann aus) Themenowner(n) koordiniert das Thema selbstorganisiert im Vorhabens-Rahmen. Er stellt sicher, dass die Vorbereitungs- und Umsetzungs-Aufgaben (max. 3 Monate lang) gebündelt und geschnitten sind. Das schafft Transparenz über die Leistungen im Vorhaben. Optimal wäre eine sichtbare Beziehung von Aufgaben zu Releases/Auslieferungen.

Über den Pull-Ansatz …

Hantel-Strategie

Nutzen-Optimierung …

Optionen

Mindeststandards vereinfachen den Zugang zu (Handlungs)Optionen. Die Handlungsfähigkeit ist begrenzt durch Regeln, bspw. Rahmenbedingungen. Je mehr Regeln zu beachten sind, desto geringer wird der Handlungsspielraum und desto höher sind die Kosten, zum Ergebnis zu kommen. Optionen sind wertvoll, weil sie die Möglichkeit bieten, auch unter widrigen Umständen Wert zu schaffen. bzw. zu maximieren.

Jeder, der bereits “Mensch ärgere Dich nicht” gespielt hat, konnte hierzu Erfahrungen sammeln. Je nachdem, welche Spielregeln ausgehandelt wurden, bringt das Würfeln Optionen für den nächsten Zug. Würfeln beeinträchtigt Prognosefähigkeiten massiv, man könnte das – in Hinblick auf einen angestrebten Sieg im Spiel – widrige Umstände nennen. Mit jedem Wurf ergeben sich, abhängig von den Spielregeln, Optionen für Züge der Spielfiguren, um seinem Ziel, zu gewinnen, näher zu kommen.

In der Wertschöpfungskette von der (unreifen) Idee bis zum Betrieb einer daraus resultierenden Lösung können bewusst Räume zur Abwägung von Optionen geschaffen werden. Die Diamant-Methode beschreibt das bewusste Erkunden von Optionen und das Festlegen der favorisierten Option. Somit ergeben sich Chancen, schnell auf neue Erkenntnisse zu reagieren und damit stetig den Wert zu maximieren.

Ein Entwurf für einen Experience Design Prozess für Software (Quelle: Helvetia Schweiz)

Glücklich scheitern

Fail fast-Strategie …

Streuung

Generalisten …

…coming soon